Das Schützenhaus

 

Die Vorgeschichte und der Bau
 

Das Vereinslokal der Schützengesellschaft ist seit der Gründung 1881 im Gasthaus „Neue Post“, damals „Sandl“, jetzt „Petermichl“. Die Schießveranstaltungen haben im Saal stattgefunden. Als die Schützengesellschaft sich 1964 dazu entschloss, an den Rundenwettkämpfen des Schützengaues Weilheim teilzunehmen, tauchten auch Probleme auf. Die Schießstände im Saal des Gasthauses mussten nun öfters als vorher auf- und abgebaut werden. Da mussten die Stände und die Schutzwände immer von der Tenne in den Saal und dann wieder zurück transportiert werden. Dies beanspruchte immer sehr viel Zeit, ebenso war es keine leichte Arbeit. Daraufhin entschloss sich die Schützen-gesellschaft am 09.06.1968 in einer außerordentlichen Sitzung, eine Schießanlage in der lehrstehenden Tenne des Gasthauses zu errichten. Der Ausbau wurde auch bald darauf begonnen. Die Anlage war zum größten Teil aus Holz und nur in Eigenleistung von den Vereinsmitgliedern gebaut worden. In dieser Schießstätte waren 6 Stände mit 10 Meter, diese Standlänge war im Saal nicht möglich. Vor den Ständen war der Aufenthaltsraum, ein „gemütliches Platzerl“. Dieser Raum wurde auch von anderen Ortsvereinen gerne genutzt, ebenso hielt die Gemeinde Frauenrain ihre Sitzungen darin ab. Ende März 1976 musste wegen Bauvorhaben der Familie Petermichl diese Schießanlage abgerissen werden. Im Neubau war für die Schützen ein Raum im 2. Stockwerk vorgesehen. Dieser Raum über dem neuer-bauten Saal an der Nordseite war schwer nutzbar. Als die Schützengesellschaft den Ausbau dieses neuen Raumes plante und die hohen Kosten für Wärme- und Schalldämmung erkannte, bewarb sie sich um einen Zuschuss beim Bayerischen Sportschützenbund. Dieser Verband machte die Bewilligung für einen Zuschuss von einem Mietvertrag auf 25 Jahre mit dem Hausbesitzer abhängig. Die Familie Petermichl war nicht bereit, einen solchen Vertrag zu schließen. Der Vereins-ausschuss musste zu dieser Zeit öfters Sitzungen abhalten, dabei wurde lang und sachlich diskutiert. Auch die Aussprachen mit den Herren Petermichl sen. Und jun. Führten zu keinem Ergebnis. Herr Bürgermeister Nägele wurde über die Verhandlungen zwischen den Wirtsleuten und dem Verein unterrichtet. Am 17.04.1979 fand eine offene Aussprache mit dem Herren Bürgermeister Nägele, Hans Petermichl, Hugo Arnold, Hans Aigner und Josef Wärl statt. Der 1. Vorstand Xaver Kirchbichler war im Urlaub. Doch diese Aussprache führte auch zu keinem Ergebnis. Die Vereinsführung suchte nach Möglichkeiten, woanders eine Schießanlage zu bauen. Eine Überlegung war im Pfarrstadl eine Anlage einzubauen. Die zweite und bessere Lösung schien der Ausbau der oberen Räume im Schulhaus. Doch diese Überlegungen scheiterten an den neuen Vorschriften wie, Lärmschutz, 1 m Standbreite, 10 m Standlänge, und vor allem die Heizung bereitete große Schwierigkeiten. Daraufhin stellte Herr Bürgermeister Nägele südlich der Sommerstockbahn einen Bauplatz in Aussicht. Zugleich gab er die Zusicherung für die Finanzierung und Vorfinanzierung der Zuschüsse der Gemeinde. Der Vereinsausschuss beschloss am 01.05.1979 Herrn Kästele aus Iffeldorf mit der Planung für einen Neubau zu Übertragen. Bei der Gemeinderatssitzung am 12.06.1979 wurde heftig über den Schützenverein und dessen Vorhaben debattiert. Die vorhandene Planskizze „ein einstöckiger Bau“ von 12 m x 18 m, ein Rau für 12 Schießstände, zwei kleine Nebenräume und WC, wurde mehrmals geändert. Die Herren waren der Ansicht, wenn die Gemeinde die Finanzierung übernimmt, soll für die ganze Gemeinde eine Einrichtung geschaffen werden. Sie kamen zu dem Beschluss, der Bau soll zweigeschoßig, 13 m x 28 m werden. Im Untergeschoß soll die Heizung, ein Raum für 3 Stellungskampf, ein Aufenthaltsraum und für den größten im Süden liegenden Raum planten die Gemeindevertreter zwei Kegelbahnen. Im Obergeschoß soll ein Raum für 12 Schießstände, ein Aufenthaltsraum, Fitnessraum und die sanitären Anlagen gebaut werden. Am 20.06.1979 war Lokaltermin am Bauplatz, mit Bezirksschützenmeister Josef Niedermeier, 3. Gauschützenmeister Ludwig Reizer, Bürgermeister Fritz Nägele, Xaver Kirchbichler und Hans Aigner. Die Herren sprachen recht positiv für das Bauvorhaben. Bei der Planbesprechung Anfang Juli waren anwesend die Herren Bürgermeister Nägele, Geiger, Kästele, Leistle Arnold und Aigner. Vom Gemeinderat wurde erst der 4. Vorentwurf für gut befunden. Den daraufhin von Herrn Kästele gefertigten Bauplan genehmigten die Gemeindevertreter bei der Sitzung am 29.08.1979. Hans Aigner bearbeitete die Anträge für die Zuschüsse an den BSSB, den Landkreis und den Bezirk. Das Kreisbauamt genehmigte am 05.09.1979 den Bauplan. Der Bau begann am 18.03.1980 mit Aushubarbeiten durch die Firma Sonnleitner. Dabei waren 1 Bagger und 3 große Kipper am Werk. Unter Anleitung von Albert Wörle konnte am 22.03.1980 das Schnurgerüst erstellt werden. Die Baugrube musste von einem Baubiologen untersucht werden. Von diesem Ergebnis und den Vorschriften des Bauamtes abhängig, musste die Sohle mit einer 30 cm Schotterauffüllung trockengelegt werden. Ausgeführt wurde diese Arbeit in Eigenleistung, unterstützt von Herbert Bach mit dem Frontlader Schlepper, der auch später immer wieder mit dem Gerät an der Baustelle war. Auch in Eigenleistung wurde am 30.05.1980 die Kellersohle betoniert. Die Kelleraußenwände fertigte die Firma Steigenberger, Eberfing aus Beton. Ende Juni wurden mit freiwilligen Helfern unter der Leitung von Hugo Arnold die Zwischenwände aufgemauert. Am 11.07.1980 konnte die Fertigdecke aufgelegt werden, mit dem Lastwagenkran und einigen Helfern. Dann wurde nach Statikplan und unter Anleitung von Herrn Leistle der Baustahl verlegt und fertig betoniert. Anschließend wurden die Außen- und Zwischenwände vom Obergeschoß hochgemauert. Diese Arbeit verrichtete Hugo Arnold mit vielen freiwilligen Vereinskameraden. Danach konnte der Ringanker unter Anleitung von Anton Ponholzer eingeschalt und betoniert werden. Der Dachstuhl wurde von der Firma Geiger, Antdorf am 18.10.1980 aufgestellt. Beim Einschalen vom Dach waren wieder die freiwilligen Helfer am Werk. Am 08.11.1980 war das Richtfest. Um 19.30 Uhr begrüßte der Schützenmeister Xaver Kirchbichler die vielen Baubeteiligten und bedankte sich für die geleisteten freiwilligen Arbeitsstunden, sowie für die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde und deren Finanzierung. Dann berichtete der Bauorganisator Hans Aigner vom reibungslosen Ablauf des Baues, sowie von 2600 unentgeltlichen Stunden, die geleistet wurden. Auch Bürgermeister Nägele dankte für die gute Harmonie zwischen Verein und Gemeinde. Richtig feierlich wurde es als Herr Geiger flankiert von zwei Zimmerleuten den Richtspruch vortrug. Anschließend ging es gemeinsam zum Petermichl, wo für das leibliche Wohl gesorgt wurde. Zum Dach eindecken am 22.11.1980 kamen wieder viele freiwillige Helfer. Vor Wintereinbruch musste noch das Abwasser in die Sammler geführt werden und die notwendige Kiesschüttung angebracht werden. Die Fenster wurden von der Firma Strunz, Böbing gefertigt und im Februar 81. Auch die Türen fertigte dieselbe Firma und baute sie im Mai und Juni 81 ein. Von der Firma Leis, Eberfing wurde die Strominstallation ab April 81 nach Bedarf eingebaut. Sanitär und Heizung installierte die Firma Herbst + Berchtold, Sindelsdorf auch nach jeweiligem Bedarf, ab dem 12.06.1981. Die Innenputzarbeiten konnten Ente Juni 1981 an die Firma Wolf, Eschenlohe übergeben werden. Am 04. Juli 1981 war dann Großeinsatz der freiwilligen Helfer, da wurde der Außenputz angebracht. Anschließend konnten die Holzdecken im großen Schießraum und im Aufenthaltsraum unter Leitung von Bach Herbert und Franz Adlwart montiert werden. Dann musste im September 1981die Firma Gaugele, Iffeldorf mit dem Einbau der Lüftung beginnen. Den diese musste mit der Gasinstallation der Firma Sano-Propan Südbayern, die schon begonnen hatte, übereinstimmen. Die Firma Etzelsberger, Iffeldorf machte auch gleich in die fertigen Räume den Estrich hinein. Zur gleichen Zeit machten sich einige Helfer unter der bewerten Leitung an die Außenschalung des Hauses, denn die Zeit drängte. Die Schützengesellschaft Antdorf hatte sich für das 50. Gauschießen vom 20. Bis 29.11.1981 beworben. Freundlicherweise beteiligte sich der Schützenverein Habach an der Organisation desselben und man teilte Arbeit und die Finanzen des Gauschießens. Der Teil des Hauses für die Schützen, musste zu diesem Termin funktionsfähig sein und da fehlte noch so vieles. Da musste noch der Boden gefliest, die WCs gefliest und installiert und der Kachelofen gesetzt werden von der Firma Adlwart, Antdorf. Die Einbauküche, die Tische, die Stühle, die großen Bänke und die Falltür lieferte die Firma Hoyer, Habach. Die Polsterung der Bänke, die Gardinen fertigte und lieferte die Firma Lerzer, Penzberg. Das Kühlbüffet zum Bierausschank baute und installierte die Firma Volk-Aldo, Murnau. In den Nebenräumen montierte die bewerte eigene Mannschaft die Holzdecken. 18 elektrische Zugstände mussten eingebaut und installiert werden. 12 im großen Schießraum und 6 im unteren kleinen Schießraum. So konnte Herr Bürgermeister Nägele als Schirmherr am 20.11.1981 um 19 Uhr das 50. Gauschießen mit dem ersten Schuss eröffnen. Das war auch gleich der erste offizielle Schuss im neuen Schützenhaus. Das Haus wurde von den 688 Schützen, die das Gauschießen besuchten, als recht gut gelungen bezeichnet. Die Gemeinde baute im Februar 1982 den Fitnessraum aus und kaufte die Geräte dazu. Auch ließ sie im großen unteren Raum zwei Kegelbahnen und die Küche zum Bewirten einbauen.

Besonderer Dank sei hier Herrn Bürgermeister Nägele ausgesprochen, der für die reibungslose Finanzierung sorgte. Auch allen Helfern, die in vorbildlicher Weise ca. 7.000 Arbeitsstunden geleistet haben und jenen, die für Organisation und Arbeitsablauf verantwortlich waren, sowie allen Spendern gilt ein herzlicher Dank.